Gedichte für die Trauerfeier

Gerade wenn man zu einer Trauerfeier geht und dem Mensch, der gestorben ist, sehr nahestehen, dann möchte man doch gerne mit ein paar netten Worten Abschied nehmen. Wir haben hier für die Trauerfeier Gedichte zum Trost herausgesucht, die besonders schön sind und dem Verstorbenen eine letzte Ehre erweisen sollen.

Abschied ist, ein hartes Wort,
Schritt um Schritt, den Weg beschreiten,
verlassen werd ich diesen Ort,
und Niemand, wird mich dann begleiten.
Der Vorhang fällt, auf mich hernieder,
ein letztes Klagen, ist zu hören,
ich geh nun fort, und komm nicht wieder,
mein Fehlen wird, schon keinen stören.
So manche Sehnsucht, wird vergehn,
ein kleines Tränchen, im Gesicht,
man wünscht sich nun, auf wiedersehn,
servus, macht es gut, doch vor allem - vergesst mich nicht.


Dich zu verlieren war sehr schwer.
Dich zu vermissen noch viel mehr.
Aber die Erde hat kein Herz,
fühlt kein Mitleid, keinen Schmerz,
sie ist gerade wie das Meer.
Was sie einmal hat, gibt sie nicht mehr her.
Du wirst in meinem Herzen leben.
Denn Du warst mein Leben.


Erinn'rungsvoller Baum, du stehst in Trauer;
Dein Laub ist welk, mein Leben ist es auch.
Mein Herz durchziehen bange Wehmutschauer,
Wie dein Gezweig' des Herbstes kühler Hauch.
Hier saßen wir in abendlicher Stille,
Sanft bebte über uns dein flüsternd Grün,
Auf jenen Höh'n, die nun in Nebelhülle,
Verweilte noch der Sonne letztes Glüh'n.
Wie selig hielt das Mädchen ich umfangen
Und horchte ihrem leisen Liebesschwur;
Und holder lachten uns die Blütenwangen
Der auferwachten göttlichen Natur.
Doch hatte kaum der Lenz die sanfte Seele
Verhaucht und seine Blüten hingestreut,
Kaum war verhaucht im Hain die süße Kehle:
War auch dahin der Liebe Seligkeit.
O traure, Herz, vorüber sind die Tage,
Da liebend dir ein Herz entgegenschlug,
Die andern schleichen hin in stiller Klage,
Der toten Liebe finstrer Leichenzug.
Nicolaus Lenau


Es führen über die Erde Straßen und Wege viel,
aber alle haben dasselbe Ziel.
Du kannst reiten und fahren zu zwein und zu drein,
den letzten Schritt mußt du gehen allein.
Drum ist kein Wissen, kein Können so gut,
als dass man alles Schwere alleine tut.
Hermann Hesse


Wenn Dir ein Traum
plötzlich zerbricht,
die Welt Dir grau erscheint und leer,
vergiss nicht,
so hoffnungslos ist sie nicht,
auch wenn das Herz Dir heute schwer.
Bald siehst Du wieder der Sonne Licht,
zunächst nur als winzigen Schimmer,
dass das Leben vorbei ist,
wenn ein Traum Dir zerbricht,
das sag, bitte, nimmer!